Überarbeitung aller Mindmaps / neue taxmap zur Entfernungspauschale / Jobtickets

Die bestehenden taxmaps wurden überarbeitet. Zum einen wurden die Änderungen aus dem Jahressteuergesetz 2019 eingearbeitet, insbesondere bei der taxmap zur Elektromobilität ist jetzt alles auf dem Rechtsstand 2020.

Die taxmaps haben nun eine einheitlichere Struktur erhalten, damit sie leichter verständlich sind.

  • Gesetzliche Grundlagen sind grün.
  • BMF-Schreiben/OFD-Vfg. sind orange.
  • Literaturfundstellen sind schwarz.
  • BFH-Urteile sind blaugrau.
  • FG-Urteile sind rostrosa.

Es gibt eine neue taxmap zum Thema Entfernungspauschale + Jobtickets, wo insbesondere die maßgeblichen BMF-Schreiben auseinandergezogen werden, damit man schneller findet, was man sucht.

Die taxmap zum Thema Reisekostenrecht wurde entschlackt und besser strukturiert. Sie enthält neben dem aufgebrochen BMF-Schreiben auch ein Prüfungsschema zur Ermittlung der ersten Tätigkeitsstätte. Doppelte Haushaltsführung, Umzugskosten, Gemischte Reisen werden demnächst als separate taxmaps nachgereicht.

Die www.taxmaps.de-Seite selber wurde auch überarbeitet, da WordPress leider keine Tabellen mag.

Jahressteuergesetz 2019 und weitere Änderungen

In der letzten Woche hat der Bundesrat dem Jahressteuergesetz 2019 und weiteren Gesetzesänderungen zugestimmt, die damit 2020 geltendes Recht werden. Gerade im Lohnsteuerrecht ist es unschön, hat sich aber leider eingebürgert – schlecht gemachte Gesetze, die der Gesetzgeber dem Arbeitgeber mit einer Umsetzungsfrist von vier Wochen vor die Füße wirft, während Finanzämter und Ministerien sich zurücklehnen, gucken was an Umsetzungsfragen hochkommt und dann zu kurzen Paragraphen lange BMF-Schreiben formulieren. Egal, hilft ja nichts.

  1. Die meisten Maßnahmen gab es bei der Förderung der Elektromobilität.
    • Die Begünstigungsvorschriften aus den letzten Jahren (Halbierung des Bruttolistenpreises/Ladesäulen/Steuerbefreiung bei „zusätzlichen“ Dienstfahrrädern etc.) werden bis 2030 verlängert.
    • Rein Elektrische Kraftfahrzeuge mit einem Bruttolistenpreis bis 40.000 EUR sollen ab 2020 sogar nur mit einem Viertel des Bruttolistenpreises in die Versteuerung einfließen. Das gilt auch für solche, die schon 2019 angschafft wurden (d.h. 2019 Versteuerung mit 0,5 BLP / 2020 Versteuerung mit 0,25 BLP). Das Betrifft auch E-Scooter und Pedelecs (schneller 25 km/h).
    • Der Ansatz von 1/4tel des BLP schlägt auch auf Fahrräder/E-Bikes durch, wenn diese i.R. einer Entgeltumwandlung überlassen werden und mithin nicht steuerfrei nach §3 Nr. 37 EStG sind.
    • Fahrräder/E-Bikes können durch den Arbeitgeber an den Mitarbeiter übereignet und dabei mit 25% pauschalversteuert werden, §40 Abs. 2 Nr. 7 EStG.
    • Für die Halbierung des Bruttolistenpreises für Hybrid-Kraftfahrzeuge gelten in den kommenden Jahren ansteigenden Voraussetzungen (ab 2022 sind 60 km rein elektrische Reichweite, ab 2025 sogar 80 km erforderlich).

Wem das mit der Elektromobilität längst zu übersichtlich geworden ist, meine Mindmap zum Thema Elektromobilität wurde angepasst und die Neuerungen 2020 sind dort eingearbeitet worden. Diverse umsatzsteuerliche Fragen sind aber weiter offen.

  1. Jobtickets iSv. §3 Nr. 15 EStG können durch den Arbeitgeber auch mit 25% pauschalversteuert werden (§40 Abs. 2 Nr. 2 EStG), dann unterbleibt der Vermerk auf der Lohnsteuerbescheinigung und die Werbungskosten werden nicht gekürzt. Sinnvoll ist das auch, wenn er sich die komplizierte Amortisationsrechnung aus dem BMF-Schreiben nicht antuen möchte.
  1. In der Lohnsteueranmeldung wird künftig zwischen Lohnsteuern für den aktuellen Abrechnungsmonat und den Lohnsteuern, welche für einen anderen Veranlagungszeitraum entstanden sind unterschieden. Dadurch soll der Finanzverwaltung der Abgleich der bescheinigten Lohnsteuern mit den vorangemeldeten Lohnsteuern ermöglicht werden.
  1. Für einfache Fälle der beschränkten Steuerpflicht kann der Arbeitgeber die ELSTAM künftig elektronisch abrufen. Die Mitarbeiter können den Arbeitgeber zur Beantragung einer Steuer-ID bevollmächtigen, mit dieser kann der Arbeitegeber dann den ELSTAM-Abruf anstoßen.
  1. Die Verpflegungsmehraufwendungen werden angehoben, von 12 auf 14 EUR bzw. von 24 auf 28 EUR. Auch mit Berufskraftfahrern hatte der Fiskus ein Einsehen, die bekommen jetzt auch pauschal mindestens 8 EUR (§9 Abs. 1 S. 3 Nr. 5b EStG).
  1. Überlässt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine Dienstwohnung, dann führt das künftig nur noch zum geldwerten Vorteil, soweit die gezahlte Miete 2/3tel des ortsüblichen Mietwerts (also Unterkante Mietspiegel zzgl. konkrete Nebenkosten) unterschreitet, §8 Abs. 2 S. 12 EStG.
  1. Gravierendste Änderung ist aber, dass der Fiskus jetzt ins Gesetz schreibt, was seiner Meinung nach Barlohn und was Sachlohn ist. Der Gesetzestext (§8 Abs. 1 EStG) ist relativ kryptisch, die Gesetzesbegründung wird schon konkreter. Konkret will der Fiskus insbesondere die Modell mit den sog. Prepaid-Kreditkarten künftig unterbinden. Gutschein-Karten sollen nur noch dann als Sachbbezug iSd 44 EUR-Grenze bzw. iSd §37b EStG gelten, wenn die Anzahl ihrer Akzeptanzstellen beschränkt ist. D.h. ein Gutschein für ein konkretes Geschäft oder für ein konkretes Einkaufszentrum gilt grds. weiter als Sachbezug, auch wenn er auf einen Betrag lautet. Unangenehm ist auch, dass nachträgliche Kostenerstattungen und zweckgebundene Geldleistungen stets Barlohn sein sollen.
  1. Es gibt eine neue Steuerbefreiungsvorschrift für Weiterbildungsleistungen (§3 Nr. 19 EStG). Steuerfrei sind Maßnahmen, die der „Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit“ dienen. Damit sollen wohl vor allem Diskussionen bzgl. Sprachkursen und anderen Maßnahmen vermieden werden, die nicht explizit den konkreten Arbeitsstelle betreffen. Überspitz kann man sagen, alles was der Arbeitgeber bezahlt und was nicht grad der Bootsführerschein ist, das wird wohl steuerfrei sein. Bei Maßnahmen, die der Mitarbeiter gebucht hat (wo er selbst Rechnungsempfänger ist) und der Arbeitgeber lediglich Werbungskostenersatz leistet – da wäre ich aber weiterhin vorsichtig und würde mich an an die Lohnsteuerrichtlinien (R19.7 LStR = ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse, sofern Zusage vor Vertragsabschluss + tlws. Anrechnung auf die Arbeitszeit + Vereinbarung einer Rückzahlungsklausel + Abstempeln des Originalbelegs).

Die Anhebung der Entfernungspauschale ab dem 20ten Kilometer hat es nicht ins Gesetz geschafft. Mithin auch nicht die sog. Mobilitätsprämie, die für die Leute gedacht war, wo sich der Werbungskostenabzug nicht ausgewirkt hätte.

Auch die „Förderung alternativer Wohnformen“ ist nicht mehr enthalten.

Steueroptimierung bei Abfindungen – Teil 3

Nun der finale Teil meiner Reihe über Abfindungen und Ihre Optimierung. Ausgangsbasis der nachfolgenden Überlegungen ist das folgende Beispiel. Die Steuerberechnungen sind jeweils vereinfachte Schätzungen (ESt/Solz – keine KiSt).

Beispiel:
Das Arbeitsverhältnis zum Mitarbeiter wird im Dezember des Jahres 2019 aufgelöst. Hierfür erhält er 150.000 EUR Abfindung.
In den Monaten zuvor verdiente er (ohne Abfindung und unter Abzug aller steuerrelevanten Kosten) ein zu versteundes Einkommen von 60.000 €.
In Summe hat er also 210.000 €erhalten.

Die Gesamtsteuerbelastung beträgt:
* ohne Fünftelung = 83.787 €
* mit Fünftelung = 83.787 €

Die Fünftelung wirkt sich hier nicht aus, da der Mitarbeiter mit seinem nicht begünstigten Einkünften bereits im Spitzensteuersatz gem. §32a EStG liegt.

[Berechnung mittels Parmentier-Steuerrechner]

Gehen wir jetzt also einmal die Möglichkeiten durch.

„Steueroptimierung bei Abfindungen – Teil 3“ weiterlesen

Steueroptimierung bei Abfindungen – Teil 2

Im Nachgang zum gestrigen Thema habe ich auch eine Mindmap (taxmap) erstellt, die ich hier zur Verfügung stellen möchte. Die Mindmap enthält das maßgebliche BMF-Schreiben, unterteilt nach Textziffern, so dass man direkt zum jeweils fraglichen Punkt springen kann. Die Mindmap enthält ferner eine umfangreiche Urteilssammlung inkl. der Volltexte. Sie enthält auch einige Literaturverweise, allerdings noch ohne Verlinkungen. Außerdem habe ich die Optimierungsmöglichkeiten aus dem gestrigen Blogbeitrag mit aufgenommen. Sie erhält demnächst auch noch Ausführungen zu Outplacementberatungen.

Wie immer hoffe ich, dass es auch andere bei der Arbeit unterstützt. Die Mindmap ist auch oben unter dem entsprechenden Link (taxmaps) mit hinterlegt.

Steueroptimierung bei Abfindungen – Teil 1

Angeblich haben wir schon wieder Kriese und es wird Personal abgebaut. D.h. Abfindungen werden gezahlt und es kommt die Frage nach deren Optimierungsmöglichkeiten. Nachfolgend daher einmal die praktikablen Basics (ohne Wohnsitzverlegungen nach Malta etc.). Die Ausführungen richtigen sich gleichermaßen an Arbeitnehmer (die überlegen, ob/wie sie ein Angebot des Arbeitgebers annehmen sollen) und Arbeitgeber (die durch Optimierung den Anreiz für die Arbeitnehmer erhöhen möchten).

Eine echte Abfindungsberatung beim Steuerberater ist aufwendig, weil der Steuerberater alle Gestaltungsvarianten über eine Vielzahl von fiktiven Steuererklärungen gegeneinander stellen müsste. Allein für die Frage, was eine Zuflussverschiebung einbringt, wären vier Erklärungen gegeneinander zu stellen. Das alles erfolgt zudem mangels Glaskugel auf einer unbekannten Datenbasis, weil letztlich nicht klar ist, was der Arbeitnehmer im Jahr der/nach Freistellung an weiteren Einkünften noch erzielen wird / welche weiteren Kosten er haben wird.

Wilde Excel-Schubserei bringt also nur bedingt weiter – sie ist m.E. aber auch nicht erforderlich. Man muss lediglich „eine Idee“ davon haben, was auf einen zukommt. Außerdem kann man zwar an einigen Stellschrauben drehen und Optimierungen erzielen, diese müssen aber zur Lebenssituation und zur Lebensplanung passen des Arbeitnehmers passen. Die nachfolgenden Ausführungen sollen hier eine Orientierung bieten.

„Steueroptimierung bei Abfindungen – Teil 1“ weiterlesen

Rückblick: Literatur rund um das Arbeitsverhältnis im Oktober 2019

Ohne Umschweife direkt zum Thema:

BETRIEB UND PERSONAL

In der Betrieb und Personal Ausgabe 10/2019 geht es schwerpunktmäßig um das Statusfeststellungsverfahren und dem Risiko von Scheinselbständigkeiten. Die üblichen Risiken werden nochmal gut zusammengefasst:

  • Beitragslastverschiebung, §38g SGB IV,
  • Mindestlohnanspruch, Kündigungsschutz,
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall,
  • Nachzahlung tarifvertraglicher Ansprüche, z.B. bAV
  • usw.

Insofern durchaus zutreffend der „Hinweis für die Praxis“, dass einige Tätigkeiten sich bei realistischer Betrachtung schlicht nicht selbständig durchführen lassen – Gruß an all die Gastronomen auf den Kölner Ringen.

Passend zum Thema geht es dann auch noch darum, mittels einer Anrufungsauskunft den lohnsteuerlichen Status eines Mitarbeiters (analog zum Statusfeststellungsverfahren) abzuklopfen. Klar, wenn man das Finanzamt komplett lahmlegen will ist das keine doofe Idee – beliebt macht man sich dadurch aber bestimmt nicht und auf die fehlende Bindungswirkung zwischen Steuer- und SV- Würdigung wird auch gleich hingewiesen.

Ebenfalls interessant ein Beitrag über das BAG Urteil vom 27.02.2019, 5 AZR 354/18, bei dem ausgeführt wird unter welchen Voraussetzungen AT-Angestellt Ansprüche auf Gehaltserhöhung aus betrieblicher Übung ableiten können. Spoiler Alarm: Wenn der Arbeitgeber über Jahre die Tariferhöhungen unterschiedslos an die AT`ler weitergibt, dann hat er ehr schlecht Karten.

DER BETRIEB

In DB 40/2019 zeigt Höfer die Möglichkeiten zur Förderung der bAV bei Einnahme-Überschuss-Rechnern.

In DB 41/2019 fasst Körlings nochmal die arbeitsrechtliche Rechtsprechung zur sachgrundlosen Befristung zusammen und Vossen gibt uns einen Einblick in die Aufklärungspflichten beim betrieblichen Eingliederungsmanagement.

In DB 43/2019 ist der Erlass des FinMin. Mecklenburg-Vorpommern vom 26.09.2019 zu finden, wonach bundeseinheitlich abgestimmt die Überlassung von Unterkunft und Verpflegung bei 24-Stunden-Pflege im ganz überwiegend betrieblichen Interesse erfolgt und nicht zu Arbeitslohn führt.

Außerdem dargestellt von Eufinger, die Arbeitnehmerrechte, die bei internen Untersuchungen bestehen.

NWB

In NWB 40/2019 berichtet Seifert nochmal über das BFH Urteil v. 03.07.2019 – Az. VI R 36/17 bzgl. der unbelegten Brötchen und zieht Parallelen zum Wiesn-Brezn Urteil vom 03.08.2017 – Az. V R 15/17 (zur Umsatzsteuer). Außerdem zieht er Rückschlüsse aus dem lohnsteuerlichen Urteil für die Umsatzsteuer und meint, dass dem Arbeitgeber aus unbelegten Brötchen mithin grds. Vorsteuerabzug zusteht.

Außerdem gibt Geserich einen sehr lesenswerten Überblick über die aktuelle Rechtsprechung zur Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte, (Urteil v. 4.4.2019 – VI R 27/17; v. 10.4.2019 – VI R 6/17, sowie v. 11.4.2019 – VI R 36/16 und VI R 40/16 und VI R 12/17). Drei Dinge braucht es bekanntermaßen für eine erste Tätigkeitsstätte:
1. eine Ortsfeste Einrichtigung,
2. ein dauerhaftes Tätigwerden und
3. die Zuordnung des Arbeitgebers.
Insbesondere das letzte Merkmal wird hier näher beleuchtet.

Thönnes und Langhoff geben uns in NWB 42/2019 eine rechtliche Einordnung einer „selbständigen“ Tagesmutter aus steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht.

In NWB 43/2019 kommt von Hermes ein Beitrag zur Mahlzeitengestellung und den Auswirkungen auf die Verpflegungsmehraufwendungen bei Flugreisen. Behandelt wird u.a. die fehlende Harmonisierung von Werbungskostenabzug und Sachbezugsversteuerung, die Verpflegung in der Business-Class und in Flughafen-Lounges. Alles durchaus lesenswert.

Ebenfalls in 43/2019 kommt von Bisle ein Beitrag über Stolperfallen in Arbeitsverhältnissen. Thematisiert werden solche mit dem Ehegatten (Dienstwagenüberlassung im Minijob), Nutzungsverboten beim Dienstwagen, Krankenversicherungsbeiträgen i.Z.m. der 44 EUR-Grenze, §3 Nr. 15, Betriebsfahrräder usw. – alles in allem (im positiven Sinne) ein ziemlicher Lumpensammler. Wer nicht zu einem Jahreswechselseminar geht, der kann sich das durchaus gönnen.

DSTR

In DStR 40/2019 gibt uns Wünnemann eine Erste Einschätzung über die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms 2030 aus steuerlicher Sicht.

Mindmap zum Thema §37b EStG

Eine kurze Zusammenstellung der Materialien zum §37b EStG gefällig? Bitteschön! Klar kann man auch im Lohnsteuerhandbuch das BMF-Schreiben raussuchen…aber über die Mindmap geht es schneller und man springt direkt in den Bulletpoint, der einen interessiert.

Bei der Gelegenheit hab ich auch nochmal die Gesetzesmaterialien zur Entstehung der Vorschrift zusammengestellt, weil die Gesetzesbegründung immer wieder eine Orientierung beim Umgang mit der Vorschrift liefert.

Auch die zum §37b EStG ergangenen Verwaltungsverfügungen und die einschlägige Rechtsprechung ist hier in der Mindmap an einem Ort zusammengestellt.

Die Mindmap findet sich, wie alle anderen bisher veröffentlichten Mindmaps, auch oben links hinter dem entsprechenden Menüpunkt.

Rückblick: Literatur rund um das Arbeitsverhältnis im September 2019

Wegen Krankheit bin ich etwas spät dran, mit meinem Literatur-Rückblick zum Lohnsteuerrecht. Trotzdem sind ein paar interessante Aufsätze dabei gewesen, auf die ich hier verlinke.

BETRIEB UND PERSONAL

Ausgabe 9 der Betrieb und Personal beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Mitarbeiterüberwachung. Dr. Besgen zeigt auf, was der Arbeitgeber darf und was er nicht darf.

Darüber hinaus gibt Mader einen Überblick über den neuen §3 Nr. 19 EStG. Beiteiligungen des Arbeitgebers zu Weiterbildungsleistungen i.S.v. §82 SGB III sollen danach steuerfrei sein. Voraussetzung für die Förderung durch das Arbeitsamt ist wohl, dass sich auch der Arbeitgeber an der Maßnahme beteiligt. Einen echten Mehrwert wird die Vorschrift wohl hauptsächlich bei Sprachkursen bilden.

Ebenfalls von Mader, erhalten wir eine lesenswerte Zusammenfassung der neuerlichen BFH-Urteile zum Reisekostenrecht, mit dem Schwerpunkt auf den Leiharbeitnehmern.

Final gibt Altmann noch einen Überblick über Beschäftigungsverhältnisse im Übergangsbereich und geht auf die zwischenzeitlich erlassenen Klarstellungen durch Gemeinsames Rundschreiben der Spitzenverbände ein.

DER BETRIEB

In DB1308874 berichten uns Needham/Mack/Müller vom Wandel in der Vorstandsvergütung, anhand einer exemplarischen Untersuchung der Lageberichte in den DAX 30 Konzernabschlüssen.

In DB1310089 geben uns Schiefer und Worzalla einen Einblick in die Aufgaben eines Betriebsrats in Zeiten der Digitalisierung.

Krüger erläutert uns in DB1312681 die aktuelle Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 21.01.2010 – VI R 2/08) zur Übernahme von Steuerberatungskosten bei Nettolohnvereinbarungen.

Einen Rückblick auf 10 Jahre Versorgungsausgleich aus Sicht der BAV geben uns Hellkamp und Gessner in DB1311787. Sehr gut geschrieben und mit einer schönen Übersicht als Zugabe.

Plenker kommentiert in DB1312436 das BMF-Schreiben zu den steuerfreien Fahrtkostenzuschüssen i.S.v. §3 Nr. 15 EStG.

Hick berichtet in DB1315118 über die im Entwurf des Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften enthaltene geplante Verschärfung des wirtschaftlichen Arbeitgeberbegriffs und die daraus resultierende LSt-Einbehaltungspflicht, insbesondere bei internationalen Arbeitnehmerentsednungen.

In DB1312540 berichtet Susanne Weber über die Anerkennung von Zeitwertkontenmodellen für Organe von Körperschaften. Hierzu hatte die Finanzverwaltung ja kürzlich ein BMF-Schreiben (08.08.2019) erlassen.

Nochmal Krüger, der uns in DB1311617 ebenfalls die aktuelle BFH-Rechtsprechung zum neuen Reisekostenrecht erläutert.

NWB

In NWB 36/2019 bekommen wir auch von Geserich nochmal eine Darstellung der BFH-Rechtsprechung bzgl. Steuerberatungskosten im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse bei Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung.

In NWB 37/2019 gibt uns Nürnberg einen Überblick über die Begünstigungen bei der Elektromobilität und stellt die interessante Frage, ob die Mehrkosten für das E-Auto durch die steuerlichen Vorteile für den Unternehmer/Arbeitgeber kompensiert werden können. Hierzu gibt es in NWB 38/2019 eine Fortsetzung – diesmal aus Arbeitnehmersicht.

In NWB 39/2019 finden wir dann noch einen spannenden Beitrag von Paus bzgl. Sonn-/Feiertags-/Nachtarbeitszuschlägen, bei bezahlten Fahrtzeiten.

DStR

Absolut lesenswert: Riedel und Kliemann setzen sich in DStR 2019, 2001 mit restriktiven Auslegung der Finanzverwaltung bei Sachbezugskartensystemen auseinander und fassen noch einmal schön die dazu ergangene BFH Rechtsprechung zusammen. Wir erhalten auch nochmal dargelegt, dass ein arbeitsvertraglich wirksam vereinbarter Sachlohnanspruch vom Arbeitgeber an Erfüllungs statt auch weiterhin selbst durch die Hingabe von Geld erfüllt werden kann. Wir erfahren ferner, warum die geplante Gesetzesänderung im Falle der Umsetzung mehr Fragen als Antworten geliefert hätte.

Richter wirft in DStR 2019, 1871 einen „Blick ins Sozialversicherungsrecht“.

Die andere „Kalte Progression“ /
Über die schleichende Entwertung von steuerlichen Grenzwerten

Über die Kalte Progression ist in der letzten Zeit viel geschrieben wurden. Gemeint ist der Umstand, dass man bei gleicher Kaufkraft des Einkommens – also bei einer jährlichen Erhöhung des Einkommens i.H.d. Inflationsrate – automatisch in eine höhere Progressionsstufe rutscht. Theoretisch muss also die Gesamtheit der Steuerpflichtigen irgendwann den Spitzensteuersatz zahlen, wenn die Politik die Tarifeckwerte nicht regelmäßig anpasst. Unpopuläre Steuererhöhungen brauchen von der Politik daher nicht beschlossen werden, sondern sie kommen über die Inflation von ganz alleine.

Dasselbe Prinzip wirkt jedenfalls – bislang ohne große Beachtung in Presse und Fachliteratur – auch auf steuerliche Grenzwerte, z.B. die Entfernungspauschale, die jetzt auf 0,35 EUR angehoben werden soll, um das Klima zu retten. Satire vs. Realpolitik, erkennt noch jemand den Unterschied – jedenfalls hatte man 1967 noch eine Absenkung aus „verkehrspolitischen Erwägungen“ unternommen. Seitdem scheinen sich die Naturgesetze umgekehrt zu haben. Seisdrum.

Die sog. Entfernungspauschale (z. Zt. 0,30 € je Entfernungs-Kilometer – § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG) bestimmt bekanntermaßen den Umfang der als Werbungskosten / Betriebsausgaben abzugsfähigen Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte. Mit einer ähnlichen Pauschale kann man auch die Werbungskosten / Betriebsausgaben für Fahrten während einer Auswärtstätigkeit (Geschäfts- / Dienstreise) ansetzen (0,30 € je gefahrenem Kilometer). Letztere soll wohl nicht erhöht werden.

Die Entfernungspauschale in ihrer derzeitigen Höhe gilt seit 2004 (sog. Subventionsabbau nach Koch/Steinbrück. Zuvor konnte man ab 2001 jeweils 0,36 EUR für die ersten zehn und 0,40 EUR für alle weiteren geltend machen. Im Jahr 1992/1993 gab es jedenfalls noch 0,65 DM, ab 1994 dann sogar 0,70 DM, die dann 2001 in 0,36 EUR umgerechnet worden.

Man sieht auf den ersten Blick: erhöht wird hier garnichts, sondern man bleibt noch unter dem Niveau von 1994. Nehmen wir uns ergänzend einen Preisindex und „inflationieren“ wir den 1994er Preis mal in die Neuzeit, dann sieht es sogar noch extremer aus. Motorenbenzin kostete danach 1994 im Großhandel 60,50 EUR je hl. Im Jahr 2019 muss man dafür 106,05 EUR bezahlen. Die 0,36 EUR von damals wären folglich im heutigen Kaufkraftäquivalent 0,63 EUR.

Die Kalte Progression schlägt also zweimal zu und Steuern für Arbeitnehmer werden mithin gleich doppelt erhöht. Die Entfernungspauschale wurde über die Jahre faktisch halbiert und auch die jüngste Erhöhung kann daran nichts ändern.

Die nächsten Tage schaue ich mir noch ein paar andere lohnsteuerliche Freibeträge an (z.B. WK-Pauschbetrag) und packe noch ein paar Diagramme und Tabellen bei.

Rückblick: Literatur rund um das Arbeitsverhältnis im August 2019

Ich glaube, bei uns allen bleibt viel zu wenig Zeit für das Studium von Fachliteratur. Ich hab es als festen Termin im Kalender, sonst würde ich es aufschieben (d.h. ausfallen lassen). Leser dieses Blogs brauchen deswegen aber kein schlechtes Gewissen haben, denn nachfolgend berichte ich wieder, was im vergangenen Monat Interessantes im lohnsteuerlichen Kontext in den Fachzeitschriften geschrieben wurde.

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